Globale Soziale Rechte
(GSR)
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(oft genannte) Bedeutungsschwerpunkte
universelles Mindesteinkommen (Bedingungsloses Grundeinkommen)
globale Bewegungsfreiheit (Migration) – „Legalisierung Illegalisierter“
transnationale Gewerkschaftsarbeit
globale ökologische Gerechtigkeit
Globalisierung von unten – GSR weltweit – „Weltweit, sofern sie zuletzt überall, und weltweit sofern sie dann in jedem einzelnen Land für alle gelten werden (G8 – Flucht und Migration Broschüre, S.42).“
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Einführung (aus Bewegungsdiskurs.de)
Die Rede von „Globalen Sozialen Rechten“ hat Konjunktur. attac spricht davon, in den Gewerkschaften wird davon gesprochen, NGOs fordern sie und auch jüngere Netzwerke der radikalen Linken stehen da nicht abseits. Auffallend ist, die Karriere des Begriffs folgt auf einen mehr als drei Jahrzehnte andauernden Prozeß des Abbaus erkämpfter sozialer Rechte, der mit der weltweiten Durchsetzung des kapitalistischen Wirtschaftssystems einherging, während das strategische Ziel des „Sozialismus“ an Überzeugungskraft und Attraktivität verlor. Könnte dieser, sehr unbestimmt gehaltene, Begriff der Linken ermöglichen, unter ihm ihre Utopie-Vorstellungen zu fassen? Wäre er dazu geeignet endlich wieder ein perspektivisches Ziel und damit strategisches Vorgehen zu entwickeln, das die Hoffnung des Wechselns von einer defensiven zu einer offensiven Position einlösen könnte? Welche Vorstellungen lassen sich hinter dem Begriff GSR finden?
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Veranstaltung der G8 NGO-Plattform, 27.02.2007, Frankfurt a.M.
Konferenz zum Thema „Globale soziale Rechte – Perspektiven einer anderen Globalisierung“
Konferenz mit etwa 150 Teilnehmern, welche einen Teil des Diskurses initiierte und auf die sich oft in Texten (positiv) bezogen wird.
Zu den Veranstaltern gehörten:
Attac – Fian International – Forum Umwelt & Entwicklung – Kein Mensch ist illegal – medico international – Friedens- und Zukunftswerkstatt
IGM Fachbereich Gesellschaftspolitik/Grundsatzfragen/Strategische Planung
daraus ist eine Plattform für Bewegungsübergreifende Thematisierung Globaler Sozialer Rechte entstanden
Akteure/ Inhalte:
Attac – Recht auf bedingungslose Grundsicherung (verweisend auf weltweite soziale Kämpfe gegen Privatisierung, für Bewegungsfreiheit und z.B. auch gegen Arbeitszeit-verlängerung)
medico international – Recht auf Gesundheit
FIAN – Recht auf Nahrung
IGM – Rechte von ArbeiterInnen und Angestellten in transnationalen Konzernen
kein mensch ist illegal – weltweite Freizügigkeit und freie Wahl der Niederlassung
globale ökologische Gerechtigkeit (z.B. Greenpeace) – Verteilungskonflikte (Ressourcen, Lasten), Lebensstandards/ Lebensstile, Erde -> begrenzter Kuchen
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Thesen
1) Der Globalisierung des Kapitals, der Märkte und der Waren mit einer Globalisierung der Sozialen Rechte begegnen. („roter Faden“ der Frankfurter Konferenz um GSR)
2) Gegen die Totalität des Marktes und die Repression des (bürgerlichen) Staates wird also eine Utopie von sozialen Grund- und BürgerInnenrechten zur Erreichung einer zumindest basalen Gerechtigkeit und Wahrung einer würdigen Existenz gesetzt. (Arbeitermacht.de)
3) GSR drücken in ihrem Wesen Gemeinsamkeiten zwischen sozial-politischen Kämpfen, gegen eine kapitalistische Verwertungslogik auf der Welt aus.
4) Rechte zu fordern heißt in allererster Linie, Bedürfnisse zu legitimieren. Beim Kampf um Rechte geht es um folgenden Fragen: „was sind unsere Rechte?“ und „welche Rechte dürfen wir uns nehmen?“.
5) GSR nehmen Bezug auf Wünsche und Bedürfnisse nach einem befriedigenden Leben, statt lediglich Reproduktion in und für kapitalistische Verhältnisse leisten, sie sind nicht abstrakt und für immer und überall gleichermaßen einzulösen, sondern ihre konkrete Ausgestaltung ist Ergebnis sozialer Kämpfe und politisch-gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse. (aus linksnet.de)
6) Globale Soziale Rechte sind nur auf der Grundlage eines Ressourcentransfers von Nord nach Süd durchzusetzen. Dies wird nur durch eine Umwälzung der aktuellen Machtverhältnisse zu erreichen sein (Ressourcentransfer in umgekehrter Richtung). Eine solche Umwälzung kann nur in der globalen Kooperation sozialer Bewegungen erreicht werden.
7) Soll die Krise des Neoliberalismus forciert und die Möglichkeit einer anderen Welt praktisch werden, müssen die Bewegungen diese Welt dringend näher bestimmen. Sicher ist: Die Überwindung des Kapitalismus kann nicht mehr als Abfolge verschiedener ‚Systeme’ gedacht werden. (Thomas Seibert, Fantomas 12)
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Offene Fragen und Gegenstandpunkte
1) GlobaleSozialeRechte – Durchsetzbarkeit? In Betracht auf die gesellschaftliche Wirklichkeit von Menschen- und demokratischen Grundrechten (freie Berufswahl, Unverletzlichkeit der Wohnung, Recht auf Freizügigkeit)!
2) Problem der Institutionalisierung des Rechts: GSR garantiert von einem (bürgerlichen) Staat der ansonsten die Ausbeutung und Unterdrückung der Menschen absichert?
3) Das Problem der Umwälzung aktueller Machtverhältnisse (welche bekanntermaßen historisch gewachsen sind)! Wie löst man also das Problem, dass die konkrete Ausgestaltung von GSR Ergebnis sozialer Kämpfe und politisch- gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse ist?
4) Globale Problemlagen (wie Armut, Hunger, Informationszugang) sind Resultate struktureller Gegebenheiten. Somit bestehen mit der Forderung nach GSR nicht nur Probleme bezüglich der Durchsetzbarkeit, sondern auch in Bezug auf die (angestoßene) Auseinandersetzung mit den Ursachen solcher Probleme (Stichwort: Recht als Machtinstrument).
5) Wie sieht es mit der Legitimierung anderer Rechte aus? : Recht auf Bildung? Recht auf Partizipation (Entscheidungsteilhabe)? Recht auf Information? Recht auf eigenen/ bestimmten Lebensstil? –- Recht auf Eigentum? Recht auf Kapital?
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Literaturquellen (eine Auswahl)
Attac G8-Broschüre: G8 versenken! Globale soziale Rechte Weltweit! (www.globale-soziale-rechte.org/downloads/GlobaleSozialeRechteWeltweit.pdf)
Binger, Tom: Garantiertes Grundeinkommen und gesellschaftliche Infrastruktur – Alternativen zum neoliberalen Umbau des Sozialstaates? analyse + kritik Nr. 484 und 485/2004.
G8 Broschüre – Flucht und Migration (www.gipfelsoli.org/static/Media/flucht-und-migration-200710.pdf / www.nolager.de)
Peter Grottian / Wolf-Dieter Narr / Roland Roth: Es gibt Alternativen zur Repressanda 2010! Statt repressiver Abbau des Sozialstaats steht sein menschenrechtlichdemokratischer Umbau für Grundsicherung und Arbeit auf der Tagesordnung von uns allen mit zu verantwortender Politik; Komitee für Grundrechte und Demokratie, November 2003
Hirsch, Joachim/ Steinert, Heinz: Gibt es eine Alternative zum neoliberalen Sozialstaatsumbau? – Sozialpolitik als gesellschaftliche Infrastruktur (Okt. 2003) (www.links-netz.de/K_texte/K_links-netz_sozpol.html)
Hirsch, Joachim (Okt. 2003): Eine andere Gesellschaft ist nötig: Zum Konzept einer Sozialpolitik als soziale Infrastruktur, links-netz.de
medico international, Jenseits des nationalen Sozialstaats: Weltbürgerliche Solidarität. medico-Thesen zu einem globalen Projekt sozialer Gerechtigkeit
Regenbogen. Für eine neue Linke (Hamburg) (Hrsg.): Soziale Rechte, Menschen-rechte; Rostock 2007
Seibert, Thomas: Connecting Words and Struggles, aus ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 518 / 22.6.2007 (http://gipfelsoli.org/Home/Heiligendamm_2007/Texte_danach/3172.html)
Seibert, Thomas: Neue Gemeinplätze (Teil II), Globale Soziale Rechte und Linke Intervention; In: Fantomas Nr. 12
Waidhofer, Gerald: Globale soziale Rechte oder sozialistische Revolution?; (www.arbeitermacht.de/rm/rm37/globalerechte.htm)
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Internetplattformen (welche GSR direkt als Thema haben):
www.bewegungsdiskurs.de Attac nahe Seite (Die VeranstalterInnen: Roland Klautke, Brigitte Oehrlein, Aktionsbündnis Sozialproteste, attac Berlin, BdWi, DGB-Jugend, FelS, medico international, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
www.globale-soziale-rechte.org Attac (Berlin) AG GlobaleSozialeRechte
Internetquellen: Internetseiten letztmalig besucht am 27.11.07
Zusammenfassung: Geschäftsstelle Hamburg